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Web App vs. Desktop App: Haben lokale Anwendungen noch eine Zukunft?

Porträt von Maximilian DalichowVon Maximilian DalichowIT-Projektleitung
5 Min. Lesezeit

Sie und Ihre Mitarbeiter nutzen Excel und Word noch immer lokal auf dem Rechner? In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Vor- und Nachteile lokale bzw. webbasierte Anwendungen haben und ob es sich lohnt, weiterhin auf die klassische Desktop-Anwendung zu setzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Web-Anwendungen laufen im Browser und funktionieren geräte- und betriebssystemunabhängig; lokale Anwendungen müssen installiert werden und sind an ein Betriebssystem gebunden.
  • Lokale Anwendungen punkten bei fehlendem oder langsamem Internet, einmaligen Kosten und Spezialfunktionen – bergen aber Risiken bei Geräteverlust, Virenbefall und fehlender zentraler Rechteverwaltung.
  • Web-Anwendungen ermöglichen Zugriff von überall, gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Nutzer und automatische Aktualität – benötigen aber eine funktionierende Internetverbindung.
  • Für rechenintensive Aufgaben wie Videoschnitt, BIM oder 3D-Modelling bleiben lokale Anwendungen die bessere Wahl; für Office-Programme und einfache Tools empfiehlt sich der Umstieg auf Web-Anwendungen.
  • Die sichere Speicherung der Daten in der Cloud steigert die Unternehmenssicherheit und erleichtert die Zusammenarbeit – auch im Home-Office.

Web App vs. Desktop App – die Unterschiede

Ein wesentlicher Unterschied zwischen lokalen und webbasierten Anwendungen besteht darin, dass auf Web-Anwendungen online über einen Browser wie Chrome oder Firefox zugegriffen werden kann. Im Gegensatz dazu müssen lokale Anwendungen auf einem Rechner installiert werden, damit sie funktionieren. Außerdem sind lokale Anwendungen auf ein Betriebssystem wie Windows, macOS oder Linux festgelegt – sie können also z. B. nur auf einem Windows-, nicht jedoch auf einem Mac-Rechner installiert werden.

Lokale Anwendungen – Vorteile

Viele haben sich bereits an die ständige Verfügbarkeit des Internets gewöhnt. Doch gerade dann, wenn kein Internet zur Verfügung steht oder es plötzlich ausfällt, ist derjenige im Vorteil, der seine Desktop-Anwendung auf einem Rechner oder Laptop installiert hat.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Nutzung lokaler Anwendungen, denn vielerorts ist das Internet so langsam, dass das Arbeiten am Rechner schwer oder gar nicht möglich ist.

Außerdem fallen für lokale Anwendungen nur einmalige Kosten oder je nach Programm auch gar keine Kosten an. Hinzu kommt, dass einige Spezialfunktionen nur lokal zur Verfügung stehen.

Lokale Anwendungen – Nachteile

Lokale Anwendungen sind nur auf dem Rechner verfügbar, auf dem sie installiert wurden. Das heißt: Sie müssen den Rechner, auf dem sich die Desktop-Anwendungen befinden, immer dabeihaben.

Ein weiterer Nachteil resultiert aus dem Verlust oder Diebstahl einzelner Datenträger (z. B. externe Festplatten, USB-Sticks) oder eines Arbeitsrechners bzw. Laptops. Das kann schwere Schäden für Ihr Unternehmen bzw. Ihre Reputation zur Folge haben. Auch ein Virenbefall oder Hardwareschaden ist für viele Unternehmen der Worst Case – vor allem, wenn dadurch wichtige Daten für immer verloren gehen.

In der Regel gibt es bei lokalen Anwendungen keine Versionsverwaltung für Dokumente. Dadurch ist es für den Nutzer nicht möglich, auf vorherige Versionen eines Dokuments zurückzugreifen – es sei denn, er hat „alte“ Versionen als solche gekennzeichnet und entsprechend gespeichert. Auch die Nutzung unterschiedlicher Versionen der gleichen Software kann zu Problemen führen: So kann ein Mitarbeiter eine Datei eines anderen Mitarbeiters unter Umständen nicht öffnen, weil die Dateiformate nicht kompatibel sind.

Da es im Hinblick auf den Datenschutz keine zentrale Rechteverwaltung gibt, muss jeder einzelne Rechner separat gesichert werden – das kann sehr aufwendig sein. Im Falle einer Vertretung durch Kollegen, z. B. im Krankheitsfall, kann die Orientierung auf dem „fremden“ Rechner schwierig sein, weil andere Ablagesysteme verwendet werden oder notwendige Passwörter nicht bekannt sind.

Auch beim kompletten Ausscheiden eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen (Offboarding) kann es zu Problemen kommen – nämlich dann, wenn sich wichtige Daten auf Geräten außerhalb der Firma befinden, etwa weil Mitarbeiter Tablets und Notebooks gleichzeitig beruflich und privat nutzen. Dabei kommt es gelegentlich vor, dass Mitarbeiter Daten auf ihren lokalen Festplatten löschen, die nicht wiederherstellbar sind. Insbesondere wenn E-Mails mit Anhängen heruntergeladen und gleichzeitig vom Server entfernt werden, kann das folgenschwer für das betreffende Unternehmen sein.

Web-Anwendungen – Vorteile

Solange eine Internetverbindung besteht, ist der Zugriff auf Ihre Daten immer und von überall möglich – unabhängig vom verwendeten Endgerät. Zudem sind Web-Anwendungen nicht von der verwendeten Hardware abhängig. Ein großer Vorteil ist auch die Möglichkeit, dass mehrere Nutzer innerhalb eines Programms gleichzeitig arbeiten können.

Außerdem müssen Web-Anwendungen weder heruntergeladen noch installiert werden. Auch die Anmeldung ist vor allem für Einsteiger sehr einfach, weil sie häufig über Drittanbieter wie Facebook oder Apple-ID erfolgt. Das Web-Hosting ist inzwischen zudem relativ günstig.

Web-Anwendungen – Nachteile

Zwar gibt es Bereiche von Web-Anwendungen, die auch im Offline-Modus verfügbar sind, doch in der Regel bedarf es einer funktionierenden, im Idealfall schnellen Internetverbindung – andernfalls leidet die Benutzererfahrung (User Experience).

Web App vs. Desktop App – Fazit

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Technik weiterentwickelt und ob lokale Anwendungen auch auf lange Sicht bestehen bleiben. Der Trend zur Web-Anwendung ist jedoch schon jetzt branchenübergreifend, denn viele führende Unternehmen haben in den letzten Jahren in Web Apps investiert – sei es, um Reichweite und Marktanteile zu gewinnen oder das eigene Branding zu stärken.

Allerdings kommt es darauf an, wofür lokale bzw. Web-Anwendungen eingesetzt werden. Für Anwendungen, bei denen große Datenmengen im Arbeitsspeicher verarbeitet werden müssen, sollten Sie lokale Anwendungen bevorzugen. Hierzu gehören z. B.:

  • professionelle Postproduktion und Schnitt von Filmen und Videos
  • Branchenlösungen, die es nur als lokale Anwendung gibt
  • Building-Information-Modelling-Systeme (BIM)
  • 3D-Modelling
  • Bildbearbeitung im DTP-Bereich

Unsere Empfehlung

Wichtig zu wissen ist, dass auch Anwendungen, die lokal sinnvoller sind, ihre Datenhaltung in der Cloud haben können.

Für alle Schreibprogramme, Tabellenkalkulationen und Präsentationen (z. B. Office-Programme wie Word, Excel, PowerPoint) sowie für Datenbanken und einfache Zeichen- und Bildbearbeitungsprogramme empfehlen wir Ihnen, auf Web-Anwendungen umzusteigen. Nicht nur, weil sie immer besser werden und stets aktuell sind, sondern auch, weil durch die sichere Speicherung Ihrer Daten in der Cloud die Unternehmenssicherheit enorm gesteigert wird.

Passende Cloudlösungen gibt es für jede Unternehmensgröße – vom selbstständigen Einzelunternehmer bis zur globalen Aktiengesellschaft. Je wichtiger der Datenbestand für den Erfolg und die Sicherheit Ihres Unternehmens ist, desto eher sollten Sie handeln. Auch das Arbeiten im Home-Office wird mit Web-Anwendungen viel einfacher, insbesondere wenn mehrere Mitarbeiter gemeinsam an Dokumenten arbeiten möchten.

Unsere Experten von Datadiorama haben schon zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen von lokalen Umgebungen auf moderne Cloudumgebungen umgestellt, etwa auf Google Workspace (ehemals G Suite) oder auf Microsoft 365. Gern beraten wir auch Sie unverbindlich.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Web App und einer Desktop App?
Auf Web-Anwendungen greifen Sie online über einen Browser zu, sie funktionieren geräte- und betriebssystemunabhängig. Lokale Anwendungen müssen auf einem Rechner installiert werden und sind an ein Betriebssystem wie Windows, macOS oder Linux gebunden.
Wann sind lokale Anwendungen die bessere Wahl?
Wenn große Datenmengen im Arbeitsspeicher verarbeitet werden müssen – etwa bei professionellem Videoschnitt, BIM-Systemen, 3D-Modelling oder Bildbearbeitung im DTP-Bereich – oder wenn eine Branchenlösung nur als lokale Anwendung existiert. Auch bei fehlendem oder langsamem Internet sind lokale Anwendungen im Vorteil.
Für welche Programme lohnt sich der Umstieg auf Web-Anwendungen?
Für Schreibprogramme, Tabellenkalkulationen und Präsentationen (Word, Excel, PowerPoint), Datenbanken sowie einfache Zeichen- und Bildbearbeitungsprogramme. Sie sind stets aktuell, ermöglichen gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Nutzer und die sichere Cloud-Speicherung erhöht die Unternehmenssicherheit.
Welche Risiken bergen lokale Anwendungen für Unternehmen?
Verlust oder Diebstahl von Geräten und Datenträgern, Virenbefall, Hardwareschäden, fehlende Versionsverwaltung, inkompatible Dateiformate und fehlende zentrale Rechteverwaltung. Auch beim Offboarding von Mitarbeitern können unwiederbringlich Daten verloren gehen.

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