Datensicherheit

Die 3 Stufen des Backup-Zen

Porträt von Maximilian DalichowVon Maximilian DalichowIT-Projektleitung
4 Min. Lesezeit

„Kein Backup, kein Mitleid“ – solche Sprüche kennt jeder, und im Notfall helfen sie niemandem. Schlimmer noch: Sie sorgen eher dafür, dass Mitarbeitende die Datensicherung selbst in die Hand nehmen und damit unter Umständen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Richtig ist: Unternehmen brauchen ein Backup-Konzept – und die Mitarbeitenden sollten davon wissen. Wie das aussehen kann, zeigen die drei Stufen des Backup-Zen, die wir in der Regel mit Synology-Systemen umsetzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Backup via Mitarbeiter ist keins – unabhängig von der Position oder der Art der Daten.
  • Grundlage jeder Datensicherung ist ein Backup-Konzept aus Vertrag, Technologie und verständlicher Dokumentation.
  • Stufe 1: automatische lokale Sicherung auf einem Speicher mit verteilten Festplatten.
  • Stufe 2: zusätzlich ein unveränderliches Duplikat auf einem zweiten Gerät – idealerweise in einem anderen Gebäudeteil.
  • Stufe 3: verschlüsselte Kopie im gesicherten EU-Rechenzentrum in Frankfurt am Main.

Warum ein Backup via Mitarbeiter keins ist

Ein Beispiel: Herr Hecht arbeitet an einem wichtigen Projekt. Er weiß, nur Dummköpfe machen keine Backups, und er weiß auch: Ein Notebook kann kaputtgehen oder gestohlen werden. Also hat er einen USB-Stick am Schlüsselbund, mit dem er täglich eine Sicherheitskopie macht.

Was wir uns hier fragen: Hat Herr Hecht oder seine Familie den Speicher schon einmal daheim genutzt – und ist das Netzwerk dort sicher, sind die Geräte sauber? Wird Herr Hecht den Stick abgeben, wenn er den Job wechselt? Sind wir überhaupt berechtigt, die Daten in private Hände zu geben? Denkt Herr Hecht auch an stressigen Tagen an das Backup? Und so weiter.

Das Fazit ist eindeutig: Ein Backup via Mitarbeiter ist keins. Das gilt unabhängig von der Position oder der Art der Daten.

Die Grundlage: ein Backup-Konzept

Unternehmen müssen ein Backup-Konzept haben – und die Mitarbeitenden sollten davon wissen. Wesentliche Bestandteile eines Backup-Konzeptes sind:

  • Ein Vertrag, der die Rechtskonformität sicherstellt: Was wird wo und wie lange gespeichert, wer ist dafür zuständig und wer hat Zugriff?
  • Technologie, die vollautomatisch sichert, was gesichert werden muss – und warnt, wenn das nicht klappt.
  • Eine verständliche Dokumentation zur eingesetzten Technologie, zu den physischen Speicherorten der Daten, den notwendigen Zugangsdaten und vor allem zum Prozess der Wiederherstellung.

Stufe 1: Automatische lokale Sicherung

Egal, wie Sie die Datensicherung angehen: Das Backup-Konzept ist stets die Grundlage. Die folgenden Ausbaustufen betreffen vor allem den zweiten Punkt – die Technologie.

Auf der ersten Stufe werden alle wichtigen Dateien, Datenbanken, virtuellen Maschinen, E-Mails usw. mindestens täglich automatisch auf einen Speicher mit verteilten Festplatten gesichert. Wir realisieren das in der Regel mit einem oder mehreren Synology-NAS-Systemen, da die Technik sehr hohe Qualität und Zuverlässigkeit zu vernünftigen Preisen bietet.

Stufe 2: Lokale Sicherung mit unveränderlichem Duplikat

Wie auf Stufe 1 wird alles automatisch gesichert – nur mit dem Unterschied, dass es von jedem Datenpunkt eine unveränderliche Kopie gibt. Eine Änderung an den Originaldaten ist nicht möglich; jeder Schreibvorgang erzeugt eine speicheroptimierte Kopie.

Da auf dem ersten NAS üblicherweise diverse Dienste genutzt werden, nehmen wir für diesen Zweck gern ein oder mehrere weitere Geräte, die auf dem Gelände auch in einem anderen Gebäude oder Gebäudeteil untergebracht sind – um bei Einbruch oder Havarie die Sicherheit der Daten zu verbessern.

Stufe 3: Kopie im gesicherten EU-Rechenzentrum

Hier nehmen wir die bestehende Sicherung und kopieren sie über einen verschlüsselten Kanal in ein Speicherzentrum von Synology in Frankfurt am Main. Dort wird sie auf einem verschlüsselten Multi-Festplatten-Verbund gespeichert. Dieser steht in einem klimatisierten Raum mit Temperaturfühlern, Brandmeldern, einer vollautomatischen CO2-Löschanlage und einer Rund-um-die-Uhr-Zugangssicherung mit protokollierten Eingangsschleusen und Wachdienst.

Welche Stufe in welcher Ausprägung für Sie richtig ist – und ob alle Ihre Daten oder nur kritische Teile mehrfach gesichert werden müssen –, diskutieren wir gern im Rahmen einer unverbindlichen Beratung.

FAQ

Häufige Fragen

Reicht es, wenn Mitarbeitende selbst Backups machen?
Nein. Ein Backup via Mitarbeiter ist keins – es hängt an einzelnen Personen, privaten Geräten und guten Vorsätzen. Rechtssicher und zuverlässig wird Datensicherung erst durch ein Backup-Konzept mit vollautomatischer Technologie.
Was gehört in ein Backup-Konzept?
Drei Bestandteile: ein Vertrag, der die Rechtskonformität sicherstellt (was wird wo, wie lange gespeichert, wer hat Zugriff), eine Technologie, die vollautomatisch sichert und bei Problemen warnt, sowie eine verständliche Dokumentation – insbesondere zum Prozess der Wiederherstellung.
Was bedeutet ein unveränderliches Backup?
Von jedem Datenpunkt existiert eine Kopie, die nachträglich nicht verändert werden kann. Jeder Schreibvorgang erzeugt eine neue, speicheroptimierte Kopie. Das schützt unter anderem vor Ransomware und versehentlichem Löschen.

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