Wer kennt ihn nicht, den umtriebigen Unternehmer und Visionär Elon Musk. Neben zahlreichen anderen Organisationen wie Tesla, The Boring Company oder Neuralink gründete er im Jahr 2002 das Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX. Mit dem von SpaceX betriebenen Satellitennetzwerk Starlink hat sich Musk in den Kopf gesetzt, schnelles Internet auch in abgelegenen Gegenden zur Verfügung zu stellen. Wie Starlink funktioniert und was Sie darüber hinaus über das Satelliten-Internet wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- Starlink ist das Satelliten-Internet von SpaceX: Tausende Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn (340–1.150 km) liefern flächendeckend Internet – auch fernab jedes Telekommunikationsnetzes.
- Die Stärke liegt in der Verfügbarkeit, nicht in der Geschwindigkeit: 50–250 Mbit/s Download und 40–50 ms Latenz sind langsamer als Kabel oder Glasfaser, aber deutlich besser als klassisches Satelliten-Internet.
- Für Privathaushalte kostet Starlink rund 80 Euro pro Monat plus einmalige Hardwarekosten; Business-Tarife bieten mehr Leistung zu deutlich höheren Preisen (Stand Dezember 2022).
- Die Verbindung ist wetterfest: Starker Regen stört die Übertragung nicht, und eine integrierte Heizung der Satellitenschüssel hält auch Schnee fern.
- Es gibt keine Vertragsbindung – Starlink ist jederzeit kündbar, die Hardware kann innerhalb von 30 Tagen mit voller Rückerstattung zurückgesendet werden.
Was ist Starlink?
Die Idee für ein schnelles Internet klingt simpel: Man nehme eine Vielzahl von Satelliten und lasse sie in verhältnismäßig geringer Distanz um die Erde kreisen. Die Satelliten fungieren als Netzwerk und ermöglichen so den weltweiten Versand von Daten.
Im Vergleich zu Satelliten vergleichbarer Anbieter wie dem bisherigen Marktführer Hughesnet, die in einer Höhe von 35.000 Kilometern um die Erde kreisen, beträgt die Entfernung von Starlink-Satelliten nur zwischen 340 und 1.150 Kilometern.
Derzeit befinden sich 3.275 Starlink-Satelliten in der Erdumlaufbahn (Stand 15.11.2022). Damit ist SpaceX der größte Satellitenbetreiber der Erde. Doch damit nicht genug: Das Unternehmen will bis zu 30.000 Satelliten in den Weltraum befördern. Bis 2027 wurden bereits befristete Genehmigungen für den Start von maximal 11.927 Satelliten gewährt.
Wie funktioniert Starlink – und was müssen Sie für die Nutzung beachten?
Um Starlink zu nutzen, benötigen Sie ein Abonnement. Darin ist ein Set enthalten, bestehend aus einer Satellitenschüssel und einem Router.
Der Router verbindet Ihre Geräte wie Computer, Handys, Laptops oder Tablets per WLAN oder LAN-Kabel. Die Satellitenschüssel ist per Funk mit den Starlink-Satelliten im Weltraum verbunden. Sobald sie ans Stromnetz angeschlossen und gen Himmel ausgerichtet wurde, steuert sie eigenständig einen Satelliten an und leitet das empfangene Signal an den Router weiter. Im Prinzip ähnelt die Kommunikation zwischen Satellitenschüssel und Satelliten der von Clients und Servern. Steht die Verbindung, brauchen Sie sich nur noch einzuloggen und loszulegen.
Hinweis: Anders als bei normalen Satellitenschüsseln setzt die Benutzung von Starlink einen freien Rundum-Blick nach oben voraus. Ein idealer Standort für die Satellitenschüssel ist daher eine Freifläche oder ein Dach.
Lohnt sich Starlink auch für Sie?
Wenn Sie in einer Region wohnen, in der es keinen oder nur schlechten Internetempfang gibt, könnte Starlink eine gute Alternative für Sie sein. Zwar können die Kosten nicht mit denen von Glasfaser, Kabel oder DSL mithalten, dafür ist der Dienst in Deutschland flächendeckend verfügbar. Eine Übersicht über die verfügbaren Standorte stellt Starlink auf seiner Homepage bereit.
Ein großer Pluspunkt für Starlink ist die Verfügbarkeit fernab eines Telekommunikationsnetzes. So stellt Starlink nicht nur für Privathaushalte und Firmen eine Lösung bereit, sondern hat ebenfalls ein stabiles Internet für Wohnmobile und den maritimen Bereich entwickelt, das sogar auf hoher See eine stabile Verbindung herstellt.
Für Wohnmobile unterscheidet Starlink noch einmal zwischen „High Performance“ und „Flat High Performance“ – geeignet für die stationäre Aufstellung auf dem Campingplatz oder, in der Flat-Variante, für die dauerhafte Installation der Satellitenschüssel im Wohnmobil. Auch hier liegt der Fokus also klar auf den entlegenen Gebieten.
Welche Tarife gibt es bei Starlink?
Starlink ist in mehreren Ausführungen erhältlich: Starlink „Private“, „Business“ und zwei mobile Lösungen. Während die Standard-Variante für Privathaushalte gedacht ist, richtet sich der Business-Tarif an Geschäftskunden. Für die Business- und die mobile Wohnmobillösung gibt es zusätzlich einen „High Performance“- bzw. Premium-Tarif. Dieser ermöglicht noch höhere Geschwindigkeiten als der Standard-Tarif. Außerdem kann sich die Satellitenanlage mit mehr Satelliten verbinden, wodurch die Internetverbindung robuster ist – auch in extremen Umgebungen.
Die Preise für Privathaushalte liegen aktuell bei 80 Euro pro Monat bei einer Bandbreite von 50–200 Mbit/s. Hinzu kommen einmalige Hardwarekosten in Höhe von 450 Euro.
Die Business-Variante kostet im Standard-Tarif 65 Euro mit 50–200 Mbit/s oder 475 Euro für 100–275 Mbit/s, ein Premium-Dashboard und eine höhere Netzpriorität. Die einmaligen Hardwarekosten für Satellitenschüssel und Router liegen hier jeweils bei 2.820 Euro.
Wie schnell ist Starlink im Vergleich zu Glasfaser, Kabel oder DSL?
Der große Vorteil von Starlink liegt, wie schon angedeutet, nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der schieren Verfügbarkeit einer Internetverbindung.
Die Download-Geschwindigkeit von Starlink beträgt je nach Tarif zwischen 50 und 250 Mbit/s. Damit sind Internet-Alternativen wie DSL mit einer maximalen Geschwindigkeit von 250 Mbit/s und insbesondere Kabel und Glasfaser mit bis zu 1.000 Mbit/s deutlich schneller.
Auch in Bezug auf die Latenzzeit kann Starlink mit Werten von 40 bis 50 Millisekunden (ms) nicht mit alternativen Internetverbindungen mithalten. Während die Latenzzeit bei DSL- und Kabel-Internetzugängen in der Regel zwischen 20 und 40 ms beträgt, weist Glasfaser mit Werten unter 10 ms die geringste Latenz auf. Immerhin schneidet Starlink verglichen mit anderen Anbietern von Satelliten-Internet insgesamt besser ab.
Zur Einordnung: Die Latenzzeit (auch Ping) beschreibt, wie lange gesendete Daten brauchen, bis sie beim Empfangsgerät ankommen. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Latenzzeit, desto besser bzw. schneller ist die Internetverbindung. Normale Ping-Werte liegen zwischen zehn und 100 ms.
Mit welchen Kosten müssen Sie für die Nutzung von Starlink rechnen?
Für Starlink Standard zahlen Sie einmalig 460 Euro für die Hardware (ohne Versand- und Abwicklungskosten). Hinzu kommt eine monatliche Gebühr von 80 Euro (Preise: Stand Dezember 2022). Die beiden Business-Tarife sind deutlich teurer, beinhalten jedoch auch mehr Leistung.
Hinweis: Zuzüglich zu den genannten Kosten sollten Sie den höheren Stromverbrauch der Satellitenschüssel einkalkulieren. Sie verbraucht circa 30-mal mehr Energie als ein gängiger Router.
Ist die Internetverbindung via Starlink auch stabil?
Die Internetverbindung ist sehr stabil, sodass selbst starker Regen keine negativen Auswirkungen auf die Datenübertragung hat. Außerdem verfügt die Satellitenschüssel über eine integrierte Heizung, sodass auch Schneeschichten kein Problem darstellen.
Wie sind die Vertragsbedingungen von Starlink?
Um Starlink zu nutzen, müssen Sie keinen Vertrag abschließen und können jederzeit kündigen. Außerdem verweisen die FAQ von Starlink darauf, dass Ihnen eine vollständige Rückerstattung für die Hardware gewährt wird, falls Sie den Service innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt zurücksenden.
Sie möchten Starlink ausprobieren und benötigen dabei fachmännische Hilfe? Gern beraten wir Sie unverbindlich und richten den Dienst für Sie ein.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich Starlink?
Wie schnell ist Starlink?
Was kostet Starlink?
Gibt es bei Starlink eine Vertragsbindung?
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Verfasst von
Maximilian DalichowIT-Projektleitung