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IPv4 auf IPv6 umstellen im Unternehmen – Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?

Porträt von Maximilian DalichowVon Maximilian DalichowIT-Projektleitung
4 Min. Lesezeit

Jedes Unternehmen, das im Internet unterwegs ist, wird früher oder später von IPv4 auf IPv6 umstellen müssen. Was sich hinter diesen kryptisch anmutenden Zahlenkombinationen verbirgt und warum eine Umstellung auf IPv6 jetzt für Ihr Unternehmen wichtig ist, erklären wir Ihnen in diesem kurzen Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • IPv4 aus den 1980er Jahren erlaubt nur rund 4 Milliarden eindeutige Adressen – zu wenig für die wachsende Zahl vernetzter Geräte.
  • IPv6 bietet praktisch unbegrenzt viele Adressen, mehr Sicherheit durch Verschlüsselungs- und Authentifizierungsfunktionen und eine bessere Übertragungsqualität für Audio und Video.
  • IPv4 und IPv6 sind nicht kompatibel – da immer mehr Provider umstellen, drohen Probleme beim Datenaustausch, etwa nicht zugestellte E-Mails.
  • Unternehmen sollten ihre Netzinfrastruktur sukzessive auf IPv6 aktualisieren – wer erst startet, wenn Geschäftspartner darauf beharren, ist zu spät dran.

Was ist eine IP-Adresse und wofür ist sie überhaupt da?

Eine IP-Adresse ist im Grunde mit einer genauen Wohnanschrift vergleichbar, die sich aus Land, Stadt, Postleitzahl, Straße und Hausnummer zusammensetzt. Ohne diese exakten Angaben wäre keine Zustellung von Briefen oder Paketen an eine bestimmte Person möglich.

Ebenso verhält es sich im Internet: Jedem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist – ob Computer, Smartphone oder Server –, wird eine IP-Adresse (IP = Internet Protocol) zugewiesen. Erst durch diese Adresse sind die Geräte ansprechbar und erreichbar. IP-Adressen sorgen also für einen reibungslosen Datenaustausch, egal ob man Websites aufruft, E-Mails versendet oder via Social Media kommuniziert.

Wie genau die IP-Adresse aussieht, hängt vom Internetprotokoll ab. Hier wird zwischen den Versionen IPv4 und IPv6 unterschieden. Das Internetprotokoll IPv4 wurde in den 1980er Jahren entwickelt. Es besteht aus vier Zahlenblöcken von 0 bis 255, die durch einen Punkt getrennt sind (z. B. 183.563.201.3). Aufgrund der rasanten Entwicklung des World Wide Web zeichnete sich jedoch schnell ab, dass die Anzahl der mit IPv4 generierbaren Adressen bald nicht mehr ausreichen würde – insgesamt lassen sich damit „nur“ circa 4 Milliarden eindeutige IP-Adressen erstellen.

Deshalb wurde das Internetprotokoll IPv6 eingeführt. IPv6-Adressen bestehen aus acht Zeichenblöcken mit den Buchstaben a bis f und den Zahlen 0 bis 9, getrennt durch Doppelpunkte (z. B. 3002:Bdc9:76b2:0000:0000:7e3b:0360:4724). In Zeiten, in denen nicht nur Rechner, Smartphones oder Tablets, sondern selbst „gewöhnliche“ Haushaltsgeräte mit dem Internet verbunden sind und eine IP-Adresse benötigen, setzt sich IPv6 immer mehr durch.

Welche Vorteile hat IPv6?

Mit IPv6 lassen sich nicht nur ausreichend viele eindeutige Adressen generieren, ohne dass das System an seine Grenzen stößt. Der neue Standard erhöht durch die Einbindung von Verschlüsselungs- und Authentifizierungsfunktionen auch die Sicherheit im Internet und sorgt für eine bessere Übertragungsqualität von Audio- und Videodaten – wichtig etwa für Internet-Telefonie oder Videostreaming.

Was gibt es bei der Umstellung zu beachten?

IPv4 und IPv6 sind nicht kompatibel. Deshalb kann es zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen Netzwerkgeräten des alten und des neuen Standards kommen. Zwar sind die meisten Informationen noch in beiden Varianten verfügbar und damit weiterhin erreichbar. Doch immer mehr Internetprovider stellen ihre Zugangsserver auf IPv6 um. Dadurch kommt es zunehmend zu Problemen beim Datenaustausch – mit der Folge, dass z. B. relevante E-Mails nicht beim Empfänger ankommen oder Kundenbestellungen nicht weitergeleitet werden.

Auch wenn IPv4 parallel zu IPv6 durch Übergangstechniken oder frei werdende IP-Adressen noch einige Jahre nutzbar bleibt, ist davon auszugehen, dass die Nutzungsqualität des alten Protokolls sinkt, die Kosten jedoch steigen.

Deshalb empfiehlt es sich, die unternehmenseigene Netzinfrastruktur sukzessive auf den neuen Standard IPv6 zu aktualisieren. Sukzessive deshalb, weil die IT-Infrastruktur eines Unternehmens ab einer bestimmten Größe im Vergleich zu Privathaushalten so komplex ist, dass eine Umstellung zum einen sehr teuer und zum anderen nicht von heute auf morgen realisierbar ist. Doch erst dann mit der Umstellung zu starten, wenn die ersten Geschäftspartner auf dem Datenaustausch via IPv6 beharren, wäre eindeutig zu spät.

Wobei können unsere Experten Sie unterstützen?

Falls in Ihrem Unternehmen die notwendige Expertise fehlt, helfen Ihnen unsere Experten von Datadiorama gern weiter. Sie kennen die Schwachstellen und unterstützen Sie bei folgenden Aufgaben:

  • Firewallkonfiguration für das Routing von IPv6-Services, die im Internet erreichbar sein sollen
  • Lokale IPv4/IPv6-Konversion passend zur Anforderung
  • Beseitigung von Fehlern durch falsche IPv6/IPv4-Konfiguration
  • Tunnelung von IPv6-Diensten durch IPv4-Netzwerke und umgekehrt
  • Überprüfung von Netzwerkgeräten auf korrekte Sicherheitskonfiguration
  • IPv6 via VPN

IPv6 als Grundlage für Cloud-Lösungen

Auch wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Cloud-Lösungen in Ihrem Unternehmen zu etablieren, werden Sie früher oder später nicht um eine moderne Infrastruktur mit IPv6-fähigen Systemen auf Seiten des Providers herumkommen. Wenn Sie Fragen zur IPv6-Umstellung haben oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, beraten wir Sie gern unverbindlich.

FAQ

Häufige Fragen

Warum reichen die IPv4-Adressen nicht mehr aus?
Mit IPv4 lassen sich insgesamt nur circa 4 Milliarden eindeutige IP-Adressen erstellen. Da heute nicht nur Rechner und Smartphones, sondern auch Haushaltsgeräte und andere vernetzte Geräte eine IP-Adresse benötigen, stößt das System an seine Grenzen.
Sind IPv4 und IPv6 miteinander kompatibel?
Nein. Deshalb kann es zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen Netzwerkgeräten des alten und des neuen Standards kommen – etwa E-Mails, die nicht beim Empfänger ankommen, oder Kundenbestellungen, die nicht weitergeleitet werden.
Wann sollten Unternehmen mit der Umstellung auf IPv6 beginnen?
Am besten jetzt – und zwar sukzessive. Die IT-Infrastruktur eines Unternehmens ist ab einer bestimmten Größe so komplex, dass eine Umstellung nicht von heute auf morgen realisierbar ist. Erst zu starten, wenn Geschäftspartner auf IPv6 beharren, wäre eindeutig zu spät.
Welche Vorteile bietet IPv6 gegenüber IPv4?
IPv6 bietet praktisch unbegrenzt viele eindeutige Adressen, erhöht durch integrierte Verschlüsselungs- und Authentifizierungsfunktionen die Sicherheit und sorgt für eine bessere Übertragungsqualität von Audio- und Videodaten.

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