Cloud & Datenschutz

Cloud-Lösungen für Unternehmen – die 4 besten Anbieter im Vergleich

Porträt von Maximilian DalichowVon Maximilian DalichowIT-Projektleitung
7 Min. Lesezeit

Home-Office, flexible Arbeitszeiten, mobile Arbeitsplätze – von zuhause oder unterwegs zu arbeiten hat Vorteile für Mitarbeitende und Arbeitgeber. Entsprechend müssen Firmendaten immer und überall, schnell und sicher für berechtigte Mitarbeitende erreichbar sein. Die Lösung: Cloud-Speicher. Nicht erst seit der Corona-Krise ist der Bedarf an Cloud-Lösungen für Unternehmen stark angestiegen. Vier Anbieter werden von Unternehmen bevorzugt genutzt: Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox und Box.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cloud-Speicher machen Firmendaten jederzeit, überall und geräteunabhängig für berechtigte Nutzer verfügbar – ohne eigene Hardware-Kosten und mit bedarfsgerechter Skalierung.
  • Alle vier verglichenen Anbieter (Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox, Box) legen Wert auf Nutzerfreundlichkeit und verschlüsselte Datenübertragung.
  • US-Anbieter unterliegen dem CLOUD Act – bei personenbezogenen Daten ist daher Vorsicht geboten; deutsche Cloud-Dienstleister liegen datenschutzrechtlich vorn.
  • Für die Verarbeitung persönlicher Daten in der Cloud ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) notwendig; verantwortlich bleibt der Cloud-Anwender.
  • Empfehlung: Cloud-Speicherdienste mit einer End-to-End-Verschlüsselung kombinieren – gerade beim Zugriff aus dem Heimnetzwerk.

Die Funktionen der Cloud

Eine Cloud ist ein Online-Speicherplatz, der gemietet wird. Die Dateien, aber auch die IT-Infrastruktur (Cloud Computing) sowie Programme (Software as a Service, SaaS) liegen also nicht mehr lokal auf dem Firmenserver. Berechtigte Nutzer können über das Internet auf Dateien oder Ordner von jedem Gerät, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus zugreifen, sie speichern oder verschieben. In den meisten Fällen ist für die Nutzung der Cloud keine zusätzliche Software nötig; die Anmeldung erfolgt bei den meisten Diensten über ein Web-Interface. Die Vorteile:

Mittlerweile hat sich die Cloud als IT-Betriebsmodell durchgesetzt und ist zu einem wichtigen Treiber der Digitalisierung in Deutschland geworden. Der Umsatz mit Cloud-Dienstleistungen sollte laut Prognose von Statista bis 2021 auf über 43 Milliarden Euro steigen.

  • Mobilität
  • Keine Kosten für Hardware und Software
  • Bedarfsgerechte Skalierung der IT-Infrastruktur
  • Nutzungsabhängige Zahlung

Die Sicherheit der Cloud

Bereits seit 2015 gaben laut Statista mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen an, mit Cloud-Diensten zu arbeiten. Als Gegenargument wurde „Zweifel an Datenschutz“ am häufigsten genannt. Zurecht?

Als im Jahr 2013 Stiftung Warentest Cloud-Dienste unter die Lupe nahm, konnte keiner überzeugen. Mittlerweile haben die Anbieter das Problem erkannt: Heute werden die Daten meist verschlüsselt übergeben. Nur eine gute Verschlüsselungs-Software kann verhindern, dass Daten von unberechtigten Dritten ausgelesen werden. Insbesondere die großen Anbieter legen Wert auf Datenschutz. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem empfehlen wir Cloud-Speicherdienste in Kombination mit einer End-to-End-Verschlüsselung.

Auch wenn die verglichenen großen Cloud-Anbieter damit werben, dass ihre Clouds ISO-27001-zertifiziert sind, zerstreuen diese Zertifikate die Bedenken nicht vollständig: Der Standard bezieht sich laut Computerwoche lediglich auf Dienstleistungen und Rechenzentren, nicht aber auf die besonderen Risiken der Cloud-Architektur. Jedoch streben immer mehr Cloud-Anbieter eine Auditierung durch externe Wirtschaftsprüfungsunternehmen an.

Datenschutzrechtlich liegen etablierte Cloud-Dienstleister aus Deutschland vorn. Sie garantieren, dass die Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland unter Einhaltung der Datenschutzrichtlinien gespeichert werden.

Datenschutz in der Cloud

Da in der Cloud persönliche Daten gespeichert werden – etwa Namen, Kontakte, Anschriften, Bankverbindungen und IP-Adressen –, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) notwendig. Dieser regelt die Zusammenarbeit zwischen Cloud-Anbieter und Cloud-Anwender. Der Anwender bleibt beim Cloud Computing gemäß Bundesdatenschutzgesetz die verantwortliche Stelle und ist im Außenverhältnis für die Sicherheit der Daten verantwortlich.

Google Drive – weitere Google-Dienste inklusive

Google Drive, der Speicherdienst von Google, ist seit 2021 in das Toolpaket Google Workspace (ehemals G Suite) integriert und wird über eine Web-Schnittstelle bedient. Dort steht eine Dateiverwaltung zur Verfügung, über die sich Ordner anlegen, Daten hochladen und mit anderen teilen lassen. Verschiedene Rollen ermöglichen, dass eine Person den Inhalt von Dateien nur sehen, kommentieren oder sogar verändern kann. Mit dem Rechner synchronisiert werden die Daten automatisch bei bestehender Internetverbindung oder per Klick auf das Symbol in der Taskleiste; auch nur freigegebene Dateien oder Ordner lassen sich synchronisieren.

Die Daten werden bei der Übertragung und auf dem Speicher verschlüsselt, wodurch keine zusätzliche End-to-End-Verschlüsselung von Client-Seite nötig ist. Jedoch ist Google ein amerikanisches Unternehmen und unterliegt somit dem CLOUD Act – nach diesem Gesetz können amerikanische Behörden von der Entschlüsselung Gebrauch machen.

Google bietet Drive als kostenfreie Version an; nötig ist lediglich ein Google-Konto. Dafür gibt es 15 GB Speicherplatz sowie sämtliche Google-Dienste wie Google Docs, Google Fotos oder Google Tabellen. Gegen Aufpreis kann Speicherplatz dazugebucht werden. Für die Business-Variante Google Workspace stehen drei Abo-Pakete zur Auswahl; neben dem Cloud-Speicher bietet Google Workspace Zugriff auf weitere Dienste wie Gmail, Meet, Formulare, Sites und Currents.

  • Google Workspace Business Starter: 4,68 EUR pro Nutzer und Monat
  • Google Workspace Business Standard: 9,36 EUR pro Nutzer und Monat
  • Google Workspace Business Plus: 15,60 EUR pro Nutzer und Monat

Microsoft OneDrive für Unternehmen – integriert in Microsoft 365 und Co.

Die Businessversion von Microsoft OneDrive ist eine robuste und leicht zu bedienende Cloud-Speicherplattform für jede Unternehmensgröße.

Datensicherheit und Compliance nehmen bei OneDrive einen wichtigen Platz ein: OneDrive verwendet fortschrittliche Datenverschlüsselungsmethoden sowohl bei der Übertragung als auch im Ruhezustand. Eine BitLocker-Laufwerksverschlüsselung ergänzt die Dateiverschlüsselung. Zudem können Sie bei Microsoft 365 Ihre eigenen Verschlüsselungsschlüssel in Azure Key Vault hochladen.

Die Zusammenarbeit mit anderen Microsoft-Programmen funktioniert reibungslos: OneDrive integriert sich in Microsoft Outlook und gewährleistet so das nahtlose Teilen von Dateien, wobei die Versionskontrolle erhalten bleibt. Eine weitere Besonderheit ist die Dateiwiederherstellung, die das Wiederherstellen des Dateistatus zu jedem Zeitpunkt innerhalb der letzten 30 Tage ermöglicht. Ähnlich dem Desktop verfügt OneDrive außerdem über einen Papierkorb für gelöschte Dateien.

Zum Synchronisieren wird die kostenlose OneDrive-Synchronisierungs-App benötigt, die für Office 2013 und Office 2016 verfügbar ist bzw. für Microsoft-365-Abonnements, die Office-2016-Anwendungen umfassen. Bei entsprechender Einstellung synchronisiert OneDrive automatisch oder nur ausgewählte Dateien oder Ordner. Für OneDrive for Business stehen drei Pläne zur Auswahl:

  • OneDrive for Business (Plan 1): 4,20 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • OneDrive for Business (Plan 2): 8,40 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • Microsoft 365 Business Standard: 10,50 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo (inklusive verschiedener Office-Apps und Dienste)

Dropbox für Unternehmen – der Speedster unter den Cloud-Speichern

Dropbox ist seit 2007 am Markt und ein Pionier in Sachen Cloud-Storage. Bei der kostenlosen Einzelnutzer-Version kann immer nur ein Ordner mit einem identischen auf dem Server synchronisiert werden. Dagegen bietet die Business-Lösung eine Verwaltungskonsole, differenzierte Freigabeberechtigungen bzw. umfassende Admin-, Überwachungs-, Sicherheits- und Integrationsfunktionen sowie Möglichkeiten zur Teamarbeit. Dropbox eignet sich in beiden Versionen gut zum Austausch großer Dateien – ganz einfach über ein Online-Interface oder die kostenfreie Synchronisationssoftware.

Bei der Geschwindigkeit des Synchronisierens hat Dropbox die Nase vorn: Es werden nur die veränderten Bits kopiert, anstatt die gesamte Datei auszutauschen. In puncto Datensicherheit nutzt Dropbox eine TLS-Verschlüsselung, die durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Login ergänzt werden kann. Gespeichert wird bei Amazon S3 – damit „steht“ der Dropbox-Datenserver in den USA und unterliegt dem amerikanischen Datenschutzrecht (CLOUD Act). Hier ist Vorsicht beim Speichern personenbezogener Daten geboten; Unternehmensdaten sollten mit einer Zero-Knowledge-Verschlüsselung gesichert werden, wenn sie in die Cloud gespeichert werden. Für Dropbox Business stehen drei Abo-Pakete zur Auswahl:

  • Dropbox für Teams Standard: 10 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • Dropbox für Teams Advanced: 15 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • Dropbox für Teams Enterprise: auf Anfrage

Box Drive für Unternehmen

Box Drive verbindet den Desktop mit der Cloud. Über den Windows Explorer oder Mac Finder greifen Sie innerhalb weniger Sekunden direkt auf die benötigten Dateien zu. Gespeichert werden sie wie lokale Dateien, aber eben automatisch in der Cloud. Dadurch verringert sich das Risiko von Datenverlusten, falls das Gerät verloren geht oder gestohlen wird.

Box Drive legt großen Wert auf Zusammenarbeit, Suche und Versionskontrolle. Die Freigabe und Verwaltung der zentral verfügbaren, ausgelagerten Dateien ist komfortabel. Auch in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz ist Box Drive sehr unternehmerfreundlich: Der Cloud-Service unterstützt mithilfe des Schlüsselverwaltungsdienstes von AWS (Amazon Web Services) die kundenverwaltete Verschlüsselung der Dateien. Zudem können Unternehmen die notwendigen Codierungsschlüssel über ein optionales Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) selbst sichern. Für Box Drive stehen vier Abo-Pakete zur Auswahl:

  • Box Drive für Unternehmen Starter: 4,27 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • Box Drive für Unternehmen Business: 12,82 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • Box Drive für Unternehmen Business Plus: 21,37 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo
  • Box Drive für Unternehmen Enterprise: 31,50 EUR pro Nutzer und Monat im Jahresabo

Fazit: nutzerfreundlich und datenschutzoptimiert

Die Vorteile einer Cloud für Firmen liegen auf der Hand: Daten, Kundendateien, E-Mails und Co. sind jederzeit verfügbar und aktuell. Die Vergabe bestimmter Rechte ermöglicht, dass Nutzer Dateien entweder nur sehen oder auch bearbeiten dürfen. Beim Vergleich der vier Cloud-Speicher für Unternehmen kann man insgesamt sagen, dass sie alle Wert auf Nutzerfreundlichkeit legen. Dateien und Ordner können ohne Zusatzsoftware synchronisiert werden. Beim Datenschutz haben alle verglichenen Anbieter nachgebessert, sodass die Daten meist verschlüsselt übergeben werden.

Wir empfehlen jedoch die Kombination mit einer End-to-End-Verschlüsselung. Diese sorgt insbesondere beim Heimnetzwerk – einem bei Hackern beliebten Angriffspunkt – für sicheren Zugriff auf die Unternehmensdaten. Gern helfen wir Ihnen bei der Wahl des richtigen Cloud-Dienstes und übernehmen für Sie den Onboarding-Prozess und die Schulung der Mitarbeitenden.

FAQ

Häufige Fragen

Welche Cloud-Anbieter werden von Unternehmen bevorzugt genutzt?
Vier Anbieter stehen bei Unternehmen besonders hoch im Kurs: Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox und Box. Alle vier legen Wert auf Nutzerfreundlichkeit und verschlüsselte Datenübertragung, unterscheiden sich aber in Funktionen, Preisen und Datenschutzdetails.
Wie sicher sind Cloud-Speicher für Unternehmensdaten?
Die großen Anbieter übergeben Daten heute meist verschlüsselt und sind ISO-27001-zertifiziert. Dieses Zertifikat deckt jedoch nicht alle Risiken der Cloud-Architektur ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, kombiniert den Cloud-Dienst mit einer End-to-End-Verschlüsselung.
Was bedeutet der CLOUD Act für die Anbieterwahl?
US-Anbieter wie Google und Dropbox unterliegen dem CLOUD Act, nach dem amerikanische Behörden Zugriff auf entschlüsselte Daten verlangen können. Beim Speichern personenbezogener Daten ist daher Vorsicht geboten; datenschutzrechtlich liegen etablierte deutsche Cloud-Dienstleister vorn.
Ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag für die Cloud-Nutzung nötig?
Ja. Da in der Cloud persönliche Daten wie Namen, Anschriften oder Bankverbindungen gespeichert werden, ist ein AV-Vertrag zwischen Cloud-Anbieter und -Anwender notwendig. Der Anwender bleibt dabei die verantwortliche Stelle für die Sicherheit der Daten.

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Porträt von Maximilian DalichowMaximilian DalichowIT-Projektleitung

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